Nauticus Wassersport - Rund ums Segeln NW LOGO Top2
Events und Messen


Index Sidemap Kontakt Impressum


G


Tagebuch "Seeschwalbe"

Ostsee, September 2005

 

Team Nauticus

Kapitän: Bernd

Navigator / Bootsmann: Olaf

Maschinist: Jörg

Steuermann: Andy

 

» Zur Hafenübersicht

Segeltörn 10. bis 17.09.2005 mit der Sunbeam 33 „Seeschwalbe“

10.09. Tag 1 - Anreise

Es war 07:00 Uhr als mein Wecker meinte mich aus meinen Träumen zu reißen zu müssen. Aber, angesichts der Tatsache das ich mit ein paar Freunden eine Woche Segeln wollte, blieb mir nichts anderes übrig als aufzustehen, eine kurze Katzenwäsche durchzuführen und dann die restlichen Sachen ins Auto zu verfrachten.

Zuerst einmal ging es zu unserem Skipper Bernd, wo wir uns alle auf ein ordentliches Frühstück trafen. Anschließend noch die Verpflegung auf die Autos aufteilen und dann ab auf die Autobahn gen Nordwesten starteten. Genauer gesagt nach Burgtiefe auf Fehmarn denn hier lag unsere Yacht die SeeschwalbeSeeschwalbe“. Die Fahrt verlief soweit ruhig, und bis auf einen kleinen Stau ( den wir dank den Irrwegen eines „NAVIS“ mehr oder weniger schnell umgehen konnten ) kamen wir dann schließlich gegen 16:00 Uhr an unserem ersten Ziel an. Das uns zugedachte Schiff, eine Sunbeam 33 wurde dann durch Bernd übernommen, während  wir anderen uns um die Ausrüstung und das Gepäck kümmerten, sowie noch kleinere Einkäufe erledigten. Auserkoren zum Lademeister oblag es mir nun die ganzen Dinge unseres täglichen Gebrauchs zu verstauen ( mit dem freundlichen Hinweis vom Skipper: „Du musst dann auch wissen wo was zu finden ist..!“ ). Hierbei stellt sich heraus das es doch gar nicht so schlecht war das wir nur zu viert losgezogen waren, da wohl auch nicht mehr auf die Yacht gepasst hätte ( Die aber für bis zu 5 Personen ausgelegt seinen sollte ). Nachdem alles so weit verstaut und die Formalitäten geklärt waren, blieb nur noch die Überlegung ob das Auslaufen noch zur Option stand? Da wir ja nun aber nicht auf der Flucht waren, beschlossen wir erst am folgenden Morgen auszulaufen. So verbrachten wir noch einen ruhigen Abend, und akklimatisierten uns erst mal an Bord. Durch unseren Skipper erfolgen nun noch die üblichen Einweisungen und Sicherheitshinweise.


11.09. Tag 2 -  1. Seetag

Der Morgen kam grau und windig und nach Ausräumen einiger Zweifel, ob es nicht vielleicht doch zu Rau auf der offenen See sei, segelten wir dann endlich aus dem Hafen heraus.Navigation Zuerst einmal ging es unter der Fehmarn-Sundbrücke durch und dann weiter mit gutem Wind und harter Welle Richtung  „Sonderborg“. Da aber der Wind sehr unbeständig war, was seine Richtung anging, wechselten wir den Kurs mit neuem Ziel Insel „AERO“ und dem Hafen „Marstal“. Nun hieß es „Wir und das Meer“; na ja oder halt erst mal „Wir und die Ostsee“. Ich für meinen Teil hatte, wie immer wenn es den ersten Tag aufs Wasser geht, ein flaues Gefühl im Magen. Jörg aber der zum ersten Mal auf so einer „Nussschale“ ( wie er es nannte ) segelte, war dagegen aber recht gut drauf. Er meckerte zwar ständig darüber das im die passende Motorisierung fehlte ( vorbelastet durch den Job als Flugzeugmechaniker und entsprechenden Flugstunden ) und das die Verhältnisse an Bord wohl nicht für Personen seiner Größe ausgelegt waren, aber ansonsten hatte er recht wenig zu beanstanden.

Der Wind brachte uns recht zügig voran, so dass mit 6-7 Knoten die Meilen nur so dahinflogen. Das Steuer rührte meist Andy während ich mich um die Navigation kümmerte, Bernd und Jörg genossen einfach nur die Fahrt. Der Tag blieb zwar grau in grau aber es regnete wenigstens nicht und so erreichten wir noch vor Marstalder Dunkelheit die Fahrwasser von „Marstal“. Hier übernahm dann wieder der Skipper und führte uns sicher in den Hafen, wo wir gegenüber dem Backhaus festmachten. Den ganzen Tag mit schwankenden Planken unter den Füssen, war nun doch ein deutliches aufatmen von Jörg zu vernehmen, als er wieder festen Boden unter den Füssen hatte. Bevor sich die Dunkelheit über uns senkte machten wir dann noch kurze Besorgungen für das Abendessen. Denn wie sich herausstellte hatten wir doch noch ein paar Kleinigkeiten vergessen. Als der Herd angeschmissen wurde, kamen dann wieder die Einwände von Jörg: „Zu klein, zu wenig Platz … etc. pp.“ Letztendlich mussten er sich damit nun aber mal abfinden ( was er natürlich auch tat ). Und so genossen wir unsere Mahlzeit. Im Anschluss noch einen kurzes Briefing für den folgenden Tag und dann Feierabend.


12.09. Tag 3 – 2. Seetag

Früh aus den Federn, ging es nach dem Frühstück bei schönstem Wetter erst einmal auf einen kleinen Stadtbummel. Und hierbei muss unbedingt mal erwähnt werden, dass wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit einen Kanister Milch mitnehmen mussten. Brücke bei RudköbingDenn auf diesem Törn ist wohl rein rechnerisch mehr Milch als Bier geflossen  ( jedenfalls in den Magen einer Person ). Da konnten wir nur froh sein das Dänemark so eine große Auswahl davon zu bieten hat.

Nachdem wir noch die familiären Pflichten des Postkartenschreibens erledigt hatten, ging es zurück aufs Schiff und dann mit dem schönsten Wetter wieder auf Tour. Tagesziel für heute sollte sein „Svendborg“ und da der Wind leider nicht auf unserer Seite war, wurde die erste Etappe erst mal unter Motor gelaufen. Der Weg führte uns an der westlichen Seite der Insel LANGELAND und den Brücken bei „Rudköbing“ vorbei. Ab nun kann man eigentlich nur sagen: super Wetter, malerische Landschaften und genug Wasser unter dem Kiel; so fühlten wir uns rund um wohl und genossen den für mich attraktivsten Abschnitt der ganzen Fahrt durch den Svendborg-Sund. Nach der relativ unkomplizierten Einfahrt in den Stadthafen und einem zügigen Anlegemanöver, bereiteten wir uns nach der Mahlzeit, auf Svendborgeinen ausgedehnten Abend in der City vor. Da diese doch schon recht groß ist, wurde es eine kleine Exkursion kreuz und quer hindurch. Enden tat sie schließlich in dem Stammlokal von Bernd wo wir uns einen guten Hopfen schmecken ließen, der bei dem einen oder anderen ( z.B. bei mir ) doch eine recht deutliche Wirkung zeigte. Hier kam dann die Frage auf ob die Prozente in Dänemark wohl anders berechnet werden als bei uns? Wahrscheinlicher ist aber das wir halt nur nichts mehr gewohnt waren! Und so endete dann auch ein recht fröhlicher dritter Abend.


13.09. Tag 4 – 3. Seetag

Der Tag fing leicht verhangen an, aber als es sich dann aufklarte machten wir uns doch noch auf den Weg. Allerdings war der Wind auch dieses Mal gegen uns und selbst Bestechungsversuche an Rassmuß  durch Bernd sorgten nicht für Besserung. So gab es kein schnelles vorankommen und der Weg führte uns zuerst mal zwischen TÄSINGE und FYN hindurch Richtung Faaborg AnfahrtAerosköbingen, wurde aber dann noch mal abgeändert so das wir als Zielhafen „Faaborg“ wählten. Zwischendurch wurden noch mal ein paar Segelversuche unternommen, doch selbst Bernd musste einsehen, dass es nichts brachte und so lief fast den ganzen Tag der Motor. Der einzige der sich hierbei pudelwohl fühlte war mal wieder Jörg. Der aufregendste Teil des Tages war dann wohl noch die Einfahrt zum Handelshafen da wir uns kurz davor noch ein freundschaftliches Rennen mit einer anderen Yacht lieferten. Erst mal im Hafen fest, gab es dann wieder ein reichliches Mahl und anschließend noch einen Verdauungsspaziergang durch die Stadt. Ansonsten ließen wir den Abend in ruhe an der Bord und Milchbar ausklingen.


14.09. Tag 5 – 4. Seetag

Endlich!!! Der Wind hatte aufgefrischt, aber es regnete, so dass wir zuerst die Pläne ändern und einen Leuchtturm auf AeroLandtag einlegen wollten. Der Skipper tobte also los, um ein entsprechendes Ausweichprogramm auf die Beine zu stellen. Aber dann doch Entwarnung! Gegen Mittag wurde es wieder besser so dass wir uns doch noch auf den Weg machten. Ein paar Meilen außerhalb des Hafens mussten wir dann ein „Mann über Bord“ Manöver durchführen, den es hatte mein Basecap über Bord geweht. Leider ging der Rettungsversuch daneben und mein Original Wolfsburger VW Cappy versank in den Fluten der Dänischen Ostsee. Nach dieser kleinen Einlage blühte unser Seglerherz so richtig auf. Mit mächtig Wind und Welle schossen wir am Leuchtturm „Skjoldnäs“ auf AERO vorbei, mit Kurs Ost-Süd-Ost Richtung  „Bagenkop“. Am Steuer war mal wieder Andy und fand ( wie sollte es auch anders sein ) jedes Andy am RuderUtL & AtL ( *Unglaublich tiefe Löcher & Außergewöhnlich tiefe Löcher ). Zum Schluss wurde es sogar so heftig dass Bernd das Ruder selber übernahm und die Yacht mit gutem Geschick in den kleinen Hafen brachte. Das Festmachen wurde dann noch mal ein kleiner Gewaltakt da uns der Wind mächtig auf die Seite legte, aber mit Hilfe von ein paar anderen freundlichen Seglern konnte auch dies gemeistert werden. Da der rasante Tag uns doch recht geschlaucht hatte, wurde es ein kurzer Abend und wir waren alle froh in die Koje zu kommen.


15.09. Tag 6 – Landtag

Zeit zum FeiernDa das Wetter nicht besser wurde und es zudem wieder anfing mit Regnen, blieben wir im Hafen. Hier erfolgten die üblichen Erledigungen sowie ein ganz entspannender Tag auf unserem kleinen Schiff. Abends wurde dann noch eine Magnumflasche Sekt geköpft, da wir in den Geburtstag von Jörgs reinfeierten „Happy Birthday“. Ansonsten ist zu diesem Tag leider nichts weiter zu berichten.


16.09. Tag 7 – 5. Seetag

Am Morgen kamen erste wehmütige Gefühle auf, denn der Rückweg nach „Fehmarn“ musste angetreten werden. Das Wetter war wieder Super und so machten wir uns ganz in Ruhe auf den letzten Abschnitt Fehmarn Sund-Brückeunserer kleinen Reise. Der Weg bis zur Fehmarn-Sundbrücke verlief ohne besondere Vorkommnisse. Wir genossen alle noch einmal wie uns der Wind um die Nase wehte und die Yacht schnittig durch die Wellen glitt. Kurz vor der Brücke kam es dann zu einer dieser Szenen die man selbst erlebt haben muss um es zu glauben. Wir segelten gerade an einem kleinen Motorboot vorbei in dem Jemand dem Angelsport nachging. Als dieses plötzlich Fahrt aufnahm und hinter uns her schoss, glaubten wir erst der Besitzer wolle sich lauthals bei uns beschweren das wir seinen Fang verscheucht hatten. Aber völlig fehl gedacht, hob er doch plötzlich den Arm zum Gruß und präsentierte uns Stolz einen großen Fisch den er wohl gerade gefangen hatte. Noch ganz benommen von dem kleinen Zwischenfall erreichten wir die BurgtiefeFahrwasser von Burgtiefe. Hier kamen uns dann nur noch mal ein paar Fischernetze in die Quere, aber ansonsten verlief die Einfahrt in den Hafen ohne weitere Besonderheiten ab. Hier festgemacht, fingen wir an das Schiff wieder zu entrümpeln und für die Übergabe am nächsten Tag vorzubereiten. Am Abend beendeten wir unseren Törn dann noch mit einem gemütlichen Essen in einem der besten örtlichen Lokale und ließen die letzten Tage noch mal an uns vorbei streichen.


17.09. Tag 8 – Rückreise

AbschiedDer Morgen war ausgefüllt mit Putzen, Schrubbern und Klamotten schleppen bis wir die Yacht wieder an den Vercharterer zurückgegeben hatten. Dann machten wir in Burg noch einen kleinen Zwischenstopp und ließen uns ein abschließendes Frühstück schmecken. Danach ging es ohne weiter Verzögerungen zurück nach Hannover wo bei Bernd noch mal angehaltenen wurde um die übrig gebliebene Verpflegung aufteilten. Nun war es an der Zeit selber wieder seiner Wege zu gehen, na ja jedenfalls bis wir uns alle auf Arbeit wieder sehen würden.

 

Um für meinen Teil mal Resümee zu ziehen, muss ich sagen das es eine wunderbare Woche war, mit viel Humor, schönem Wetter und nicht zu viel Stress … halt so wie ich mir einen Urlaub mit Freunden vorstellte. Zwar hatten wir teilweise nicht das ideale Segelwetter und wir haben nicht all unsere geplanten Ziele erreicht, aber wie oben schon einmal erwähnt waren wir ja nicht auf der Flucht gewesen und hatten trotz allem eine Menge Spaß gehabt.

 

Euer Bootsmann

Olaf Frohnert

« zurück

 

-Top-

NW LOGO 2

 

Copyright © by Nauticus-Wassersport 2004 - Alle Rechte Vorbehalten. Web-Design by Olaf F. 2004 - 2009

Web optimiert für IE & FF | best view 1024x768


 

Flaschenpost

Flaschenpost